„He likes them young.“ – The Jeffrey Epstein File
- 11. Juli 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Juli 2025
Promises made. Promises kept. Das ist ein Leitsatz der MAGA-Bewegung, die unter anderem für Redefreiheit, Kriegsende und Transparenz steht. Der Skandal um die Epstein Akten könnte diese Bewegung nun spalten.
1973
Donald Barr schreibt das Buch Space Relations, während er Schulleiter der Dalton School ist [Jahresgebühr 2025/26: 67.480 USD]. Ein SciFi-Roman, in dem gelangweilte Oligarchen auf einem fernen Planeten Kinder als Sexsklaven halten. Jahre später begreift man, dass der Roman keine Fiktion ist, sondern ein Handbuch, das die Verbrechen von Jeffrey Epstein und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell vorwegnahm.
1974
Im Alter von 21 Jahren beginnt Jeffrey Epstein trotz fehlender Qualifikationen an der Dalton School als Physik- und Mathematiklehrer zu arbeiten. Er soll sich gegenüber minderjähriger Schülerinnen unangemessen verhalten haben und wird schließlich 1976 wegen schlechter Leistungen entlassen.
1976
Epstein beginnt bei Bear Stearns, einer amerikanischen Investmentbank, als einfacher Juniorassistent. Er steigt rasch in höhere Positionen auf und betreut schon bald die vermögendsten Kunden der Bank. Was ihn für diese Funktion qualifiziert haben könnte, bleibt offen.
2006
Epstein, der zwischen 2000 und 2007 Präsident der Firma Liquid Funding Ltd. ist, wird 2006 in Florida verhaftet. Die Anklage lautet: Anstiftung zur Prostitution Minderjähriger. Das FBI bestätigt 34 Opfer, darunter zwölfjährige Drillinge, die ein „Geburtstagsgeschenk“ an Epstein aus Frankreich waren. Als die Opferzahl auf 40 steigt, unterschreibt Epstein einen Deal, in dem die US-Justizbehörden ihr Schweigen garantieren und zustimmen, keine strafrechtlichen Anklagen gegen potenzielle Mittäter zu erheben.
2007
Der schillernde Geschäftsmann Donald Trump verbannt Epstein wegen dessen Beziehungen zu jungen Mädchen aus seinem Club in Mar-a-Lago.
2008
Epstein wird zu 18 Monaten verurteilt. 128.000 Dollar wechseln den Besitzer. Epstein bekommt dafür keinen Zellengenossen, sondern einen Privattrakt mit Zugang zum Anwaltszimmer inklusive Fernseher, den man für ihn (nicht für die Anwälte!), einen verurteilten Sexualstraftäter, installiert.
Nach 3 ½ Monaten darf Epstein das Gefängnis für 12 Stunden täglich an 6 Tagen in der Woche verlassen. Arbeitsfreiraum, nennen sie es. Ein Privatchauffeur bringt ihn sicher ans gewünschte Ziel. Sein Büro wird von beauftragten Deputys überwacht, für deren Überstunden Epstein selbst aufkommt und die ihre Uniformen gegen Anzüge tauschen, um einen seriösen Eindruck zu wahren.
Nach nicht einmal 13 Monaten wird Epstein wird der Rest der Haftstrafe in Hausarrest umgewandelt. Hausarrest bedeutet im Fall Epstein: Privatjet zwischen seinem Stadthaus in Manhattan und dem Anwesen auf den Amerikanischen Jungferninseln.
2014
Am 30. Dezember 2014 reichen zwei Jane Does1 eine Zivilklage vor einem Bundesgericht in Florida ein. Als Grund geben sie die Verletzung des Crime Victims' Rights Acts an. Ein bei Gericht eingereichtes Dokument behauptet: Epstein betreibe einen sexuellen Missbrauchsring und verleihe minderjährige Mädchen an prominente amerikanische Politiker, einflussreiche Wirtschaftsmanager, ausländische Präsidenten, Premierminister und andere führende Persönlichkeiten der Welt.
2019
Am 21. Februar 2019 erklärt der oberste Richter des US-Bezirksgerichts für den südlichen Bezirk von Florida, Kenneth Marra, im Verfahren „Two Jane Does v. United States“: Die Bundesanwaltschaft hat (2008, Anm.) gegen das Gesetz verstoßen, indem sie die Opfer nicht informiert hat, bevor sie Epstein erlaubte, sich nur für die beiden Straftaten schuldig zu bekennen. Der Richter lässt offen, welche möglichen Rechtsmittel es geben könnte.
Epstein wird am 6. Juli 2019 erneut verhaftet, nachdem ihm auf Bundesebene Menschenhandel zu sexueller Ausbeutung von Minderjährigen in Florida und New York vorgeworfen wird. Am 10. August 2019 geben die Behörden bekannt, dass sich Epstein in seiner Gefängniszelle erhängt hat.
Prinz Andrew von Großbritannien wird von der New Yorker Staatsanwaltschaft vergeblich um Zusammenarbeit gebeten. Der Prinz wird noch im selben Jahr von Virginia Roberts Giuffre wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verklagt.
Bill Clinton lässt eine Erklärung veröffentlichen, dass er seit über zehn Jahren kein Wort mit Epstein gewechselt hat und nichts von den Sexualstraftaten wusste, auch wenn die Flugprotokolle dem zu widersprechen scheinen. Epstein soll über Clinton gesagt haben: "He likes them young.“
2020
Am 2. Juli 2020 wird die Geschäftsfrau Ghislaine Maxwell in New Hampshire verhaftet und wegen Sexualdelikten in Zusammenarbeit mit Epstein, darunter Verführung, Handel und Rekrutierung von Minderjährigen, angeklagt.
Am 16. Dezember 2020 wird Jean-Luc Brunel, Berichten zufolge ein wichtiger Komplize im Sexhändlerring von Epstein, in Paris festgenommen.
2021
Ghislaine Maxwell wird in fünf von sechs Anklagepunkten schuldig gesprochen.
2022
Ghislaine Maxwell wird zu 20 Jahren Bundesgefängnis und 750.000 USD Geldstrafe verurteilt.
Am 19. Februar 2022 wird Brunel tot in seiner Zelle aufgefunden. Der Gefängnisarzt notiert Selbstmord als Todesursache.
2023
Eine Frau beschuldigt Leon Black, sie in Epsteins Stadthaus in Manhattan vergewaltigt zu haben. Sie war damals 16 Jahre alt.
2024
Ein Berufungsgericht bestätigte die Verurteilung von Ghislaine Maxwell.
2025
Am 21. Februar 2025 ist Pam Bondi, Attorney General der Vereinigten Staaten, bei FoxNews zu Gast. Sie wird gefragt, ob die Klientenliste von Epstein tatsächlich freigegeben wird.
Bondi sagt: „It’s sitting on my desk right now to review.“
Wenige Tage später sagt Alina Habba, Chefstrategin und Seniorberaterin des Weißen Hauses, bei Piers Morgan: „Wir haben Flugprotokolle. Wir haben Informationen, Namen, die ans Licht kommen werden.“
Auf die Frage von Piers Morgan, ob wir uns auf einen Schock einstellen müssen, sagt sie: „Ich weiß nicht, wie es nicht schockieren soll, dass so viele Täter gedeckt und nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Reden wir einmal über die Kehrseite. Ich glaube an Verantwortung. … Es herrscht eine allgemeine Frustration darüber, dass niemand zur Rechenschaft gezogen wird. ... Ich bin fest davon überzeugt, dass es sich jetzt mit Kash (Patel, FBI-Direktor, Anm.) und Pam (Bondi, Generalstaatsanwältin, Anm.) ändern wird. … Wir haben keine Zeit, Listen zu verbergen und politische Freunde zu schützen.“
Piers Morgan bemerkt, dass für all diese Straftaten nur eine Frau im Gefängnis sitzt, kein einziger Mann. Er fragt Habba, ob sie glaubt, dass sich das ändern wird.
„Absolut“, meint Habba. „Ich denke, es wäre fahrlässig, wenn wir das nicht täten. Man muss Personen, die tatsächlich Vergewaltiger sind, zur Verantwortung ziehen.“
Sie reden von Rechenschaft, während sie die Beweise in den Safe legen, auf dem groß Immunitätsloge steht.
Kennedy bekam die Warren-Kommission. Epstein bekam Operation Bondi. Wer glaubt, diesmal würde alles offengelegt, glaubt auch, dass Milliardäre hinter Gitterstäben sitzen und Handtuchknoten lernen.
Im Juli 2025 heißt es plötzlich: Es gibt keine Beweise. Keine Listen. Keine Flugprotokolle. Die Tonnen an Videomaterial? Alles Epstein. Erpressung? Unsinn.
Ein Reporter, der diese Unstimmigkeiten während einer Pressekonferenz anspricht, wird von Trump scharf darauf hingewiesen, dass keine weiteren Fragen über Epstein erwünscht sind. Pam Bondi antwortet dennoch. Unter anderem auf die Frage, ob Epstein nun ein Agent (für die USA oder Israel, Anm.) war: „Darüber habe ich mich nicht näher informiert.“
Promises made, promises gagged.
Dreister kann man Menschen nicht für dumm verkaufen. Dass Beweise existieren, wurde von jenen ausgesprochen, die sie nun unter Verschluss halten. Es ist Hochmut, der nicht einmal mehr schmutzig kaschiert wird. Das ist eine Lüge zu viel.
Was hinter dieser Vertuschung steckt, wissen Pam Bondi, Donald Trump und der Rest des Sumpfes. Die Vermutung, Trump wäre selbst verstrickt, ist allerdings zu kurz gedacht, denn diese Bombe hätten die Demokraten längst gezündet. Immerhin kennt man die Art Textnachrichten, die beim FBI kursierten:
Lisa Page, Juristin beim FBI: „Trump wird doch nicht Präsident, oder? Oder?!“
Peter Strzok, hochrangiger FBI-Agent: „Nein, nein, wird er nicht. Das werden wir verhindern.“

Ob Freunde, Loyalisten oder Regierungshäuptlinge auf dieser Passagierliste stehen, spielt keine Rolle. Am Ende bleibt nur das Gefühl, schon wieder verraten worden zu sein.

1 Jane Doe ist ein Platzhaltername für eine nicht identifizierte oder bewusst anonym gehaltene Frau, häufig verwendet in rechtlichem, medizinischem oder kriminalistischem Kontext.
Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Donald_Barr, 10.7.2025; 16:38
https://de.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Epstein, 11.7.2025; 14:56
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Luc_Brunel, 10.7.2025; 15:27
https://edition.cnn.com/2023/07/27/business/leon-black-epstein-rape-allegation, 11.7.2025; 12:00
https://www.youtube.com/shorts/NbTF-csBsOA, 10.7.2025; 14:28
https://en.wikipedia.org/wiki/Space_Relations, 10.7.2025; 15:36
https://www.youtube.com/watch?v=D3JzvP87Zu8, 10.7.2025; 13:24
https://www.youtube.com/watch?v=5nOGKFMtD_Y, 10.7.2025; 13:11
https://www.youtube.com/watch?v=lkg4Oka3PWE, 10.7.2025
https://de.wikipedia.org/wiki/Ghislaine_Maxwell, 11.7.2025; 20:49
Foto Epstein: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Epstein_Final_Mugshot.png, 11.7.2025; 20:50



Irre!